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Donnerstag, 12. November 2009

Lesen ist eine Meisterleistung des Teams »Augen/Gehirn«

Bochum (pte/12.11.2009/13:40) - Nur einem genialen Mechanismus im Gehirn verdanken wir, dass wir unsere Blickrichtung ruckartig verändern können und trotzdem eine stabile Umwelt wahrnehmen. Forscher der Universitäten Marburg und Bochum berichten gemeinsam mit US-amerikanischen Kollegen im Journal of Neuroscience, dass Nervenzellen bestimmter Gehirnregionen schon vor den Augenbewegungen ihre Aktivität zurückfahren. Damit wurde eines der wichtigsten Rätsel der visuellen Neurowissenschaften gelöst.

Drei Blicksprünge schafft das Auge pro Sekunde und jede dieser sogenannten Sakkaden dauert maximal 60 Millisekunden. Dadurch wird etwa das Lesen zur wahren Meisterleistung, dreht sich doch das Bild des Textes bei den ständigen ruckartigen Augenbewegungen mit bis zu 1.000 Grad pro Sekunde auf der Netzhaut. Videokameras würden bei ähnlicher Geschwindigkeit bloß graue Streifen aufzeichnen. "Besonders rätselhaft ist jedoch die Fähigkeit des Gehirns, beim Blicksprung die Augenbewegungen auszugleichen, damit die Umwelt als ruhend erkannt wird", betont Forschungsleiter Frank Bremmer im pressetext-Interview.
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Foto: pixelio.de/Mertes

Samstag, 5. April 2008

Gefährliches Lesen an Röhrenbildschirmen

In meinen AlphaReading-Seminaren tauchen immer wieder Fragen zum Arbeiten am Bildschirm auf. Hierzu habe ich einige Links zusammengetragen.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Arbeiten an Röhrenbildschirmen immer schon für die Augen gefährlich war und, erleichtert durch den Preissturz bei Flachbildschirmen, spätestens heute einfach abgeschafft gehört.
Zum Thema Gefahr für die Makula im Auge gibt es Patchwork-Informationen. Man findet eine Menge, wenn man bei Google »makuladegeneration röhrenbildschirm« eingibt. Entscheidend sind zwei gegenläufige Trends:
1) Die schädliche Strahlung ist auch bei modernen Röhren zwar enorm verringert, aber dennoch vorhanden (für die Röntgenstrahlung gilt immer noch »Abstand = 3,5 mal Durchmesser«). Die Werte werden toleriert, da sie DIREKT keinen Schaden anrichten. Jedoch ist die Schädigung der Makula (das ist der gelbe Fleck = dort sieht man scharf) kumulativ. Die Schädigung entsteht durch freie Radikale, die durch die Strahlung entstehen und die nicht mehr abgebaut werden können.
2) Das Auge schützt sich davor durch einen körpereigenen Stoff, das Lutein. Die Produktion nimmt durch schlechte Ernährung (Fast Food, Süßgetränke) und durch das Älterwerden ab. Im übrigen hat die Röhrenlobby wegen der ungeheuren Kapazitäten zur Bildröhrenherstellung die Entwicklung der Flachbildschirme nicht gerade gefördert. Als am besten sind heute die LED-hintergrundbeleuchteten Flachbildschirme anzusehen.
Zu diesem Thema sollten Sie selbst möglichst viele Fundstellen melken.

Samstag, 30. Juni 2007

Bildschirmarbeit: Nah-Fern-Pendel gibt den Augen Schwung

AugenAmala S. Köhler gibt Bildschirmarbeitern in Wirtschaft und Weiterbildung (07/08-2007) einige Tipps. Neben der Nacken-Schulter-Entspannung und dem bekannten Palmieren empfiehlt sie das Pendeln mit den Augen:
»Gezielter, einfacher Ausgleich zum lange andauernden, oft schon angestrengten Blick in die Nähe - auf Einzelheiten des Bildschirm oder beim Lesen. Dabei pendeln Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit von einem nahen Detail auf ein Motiv in der Ferne und wieder zurück. Dieser Nah-Fern-Wechsel erhält die Flexibilität der Linse, entspannt Sie und die Augenmuskeln und lockert den Nacken:
Setzen Sie sich bequem so hin, dass Sie auch durch das Fenster einen Blick in die Ferne haben. Atmen Sie ruhig und tief. Schauen Sie auf einen Gegenstand in Ihrer Nähe (ca. 30 cm entfernt). Senken Sie dabei den Kopf leicht. Wandern Sie nun mit Ihrem Blick in die Ferne. Heben Sie dabei den Kopf leicht. Pendeln Sie zurück zum Gegenstand in der Nähe.«
Amala Köhler empfiehlt, diese Übung ca. 2 Minuten lang zu machen, dabei kann man Wartearbeiten damit füllen. Sie weist darauf hin, dass bei Netzhautablösung häufiger Fokuswechsel allerdings vermieden werden sollte.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Mai 2007 - Die Fünf-Bücher-Empfehlung

Die von einer Reihe von AlphaReading-Newsletter-Abonnenten vermisste Rubrik »Bücherempfehlungen« ist wieder da! Und wieder habe ich eine brisante Mischung zusammengestellt. Weiter zur kompletten Seite, hier die Kurzübersicht:

Matthias Horx - Anleitung zum Zukunfts-Optimismus. Es ist schon interessant, mit welchen Mitteln Medien versuchen, uns pausenlos ein schlechtes Gewissen einzureden, sei es das Waldsterben, die demographische Katastrophe, Werte- und Normzerfall.

Thomas Druyen - Olymp des Lebens - Das neue Bild des Alters. Druyen - selbst noch kein »Alter« - greift die zahllosen Vorurteile über das Altern, die Alten und die Jungbleibenwollenden, die in weiten Kreisen der Bevölkerung und - natürlich - in den Medien umhergeistern, auf und gestaltet ein ungewohnt neues Begriffsmuster. Ein wichtiges »Aufklärungsbuch«.

Nils Borstnar und Gesa Köhrmann - Selbstmanagement mit System. Dass man dem Thema doch immer noch neue und interessante Seiten abgewinnen kann, zeigen die beiden Autoren, erfahrene Praxisleute. Das erfrischend sachliche Buch hat den optimalen Tiefgang, lässt praktische Übungen zu, ohne an Wissenschaftlichkeit zu verlieren. Ein weiterer Pluspunkt: der Verlag hat an die Lesefreundlichkeit gedacht: Aufmachung und Layout sind Spitze.

Hans-Werner Hunziker - Im Auge des Lesers. Das Lesen wird hier rein von der Augenseite her betrachtet. So konsequent hat es bislang noch kein Autor geschafft. Die Beispiele und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse sind überwiegend erstaunlich und regen sehr zum Nachdenken an. Der interdisziplinäre Lernforscher lässt es aber dabei nicht bewenden: zahlreiche Übungs- und Trainingsprogramme (in verschiedenen Sprachen), besonders für Kinder säumen seinen Weg. Siehe auch AlphaReading-Blog und den letzten Newsletter Nr. 1 - Februar 2007 (Rennratte).

Samstag, 3. Februar 2007

Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar

Warum wir in erster Linie nicht mit den Augen sehen und warum wir umso mehr verstehen, je schneller wir lesen (können), erklärt der Schweizer Forscher Hans-Werner Hunziker in seinem neuen Buch »Im Auge des Lesers«.
Der Inhalt des Buches und die interessanten Kommentare auf seiner Webseite sind Balsam für alle, die bislang ihren Kindern vergeblich gepredigt haben, mehr und auch schneller zu lesen. Aber auch die schleich- und hüpflesenden Erwachsenen bekommen ihr Fett weg.
Etwas sehr wichtiges tritt immer wieder in den Vordergrund: Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar - die Bedeutung nämlich. Die entpuppt sich nämlich erst aus dem Gelesenen im Gehirn. Aber dazu muss der Text aber erst einmal hinkommen, und zwar in hoher Geschwindigkeit, sonst verzettelt man sich, und die Bedeutung bleibt verborgen.

Hunziker, Hans-Werner
Im Auge des Lesers - foveale und periphere Wahrnehmung - vom Buchstabieren zur Lesefreude
kart., 8 Seiten Umschlag, 164 Seiten, über 170 Abbildungen,
CHF 38.00 EURO 28.00 - ISBN-13: 978-3-7266-0068-6
transmedia verlag
Stäubli Verlag AG
CH-8045 Zürich
+41 43 433 40 33

Mehr finden Sie auch in der AlphaReading-Gruppe bei XING.

Klaus C. Marwitz